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Reisekrankheiten bei Hunden

Leishmaniose

Die häufigste Erkrankung ist die Leishmaniose, die sich von den Mittelmeerländern und Osteuropa ausgehend in den letzten Jahren stark ausgebreitet und inzwischen auch Deutschland erreicht hat. Die Leishmaniose ist eine Zoonose, das bedeutet, es ist eine Krankheit, die auf den Menschen übertragbar ist. Eine Ansteckung findet jedoch nur sehr selten über offene Wunden statt.
Die Übertragung auf den Hund erfolgt durch den Stich der Sandmücke.
 

Symptome:
Die Symptome erstrecken sich von latent ( verborgen ) bis zu schweren Krankheitserscheinungen und können den Tod zur Folge haben.
Meist beginnt die Erkrankung mit Müdigkeit, Gewichtsverlust und Muskelschwund. Besonders auffällig sind die Erscheinungen an der Haut: Schuppenbildung mit Haarverlust um die Augen ( Brillenbildung ), dem Nasenrücken und den Ohrspitzen.
In schweren Fällen sind auch die inneren Organe, vor allem die Nieren betroffen. Diese führen in der Regel innerhalb von 1 Jahr zum Tod.
 

Inkubationszeit:
Die Inkubationszeit erstreckt sich von 3 Monaten bis zu mehreren Jahren. Ein Antikörper-Nachweis ist frühestens 8 Wochen nach der Übertragung möglich.
 

Diagnose:
Die Diagnose erfolgt über den mikroskopischen Nachweis aus Gewebepunktaten wie Lymphknoten oder Knochenmark oder mittels PCR aus dem Serum.
 

Therapie:
Eine Therapie gibt es nicht. Man kann die Symptome der Krankheit mit Medikamenten lindern aber nicht heilen.
 

Vorbeugen:
Vorbeugen kann man durch Autragen repellierender ( abweisender ) Spot-On-Präparate oder Halsbänder. Mücken sind dämmerungsaktiv. Dashalb sollten Spaziergänge in der Morgen- oder Abenddämmerung vermieden werden.
Ganz auszuschließen ist eine Übertragung dadurch nicht.
Inzwischen gibt es auch eine Impfung gegen Leishmaniose, die aber rechtzeitig einzuplanen ist, da sie für die Grundimmunisierung 3 x geimpft werden muss.

 

Babesiose

Die Babesiose wird auch Hundemalaria genannt und ist auch im südwestlichen Deutschland verbreitet. Der Erreger ist Babesia canis und wird durch Zecken übertragen. Er befällt die roten Blutkörperchen und führt zur Hämolyse, das heißt zur Auflösung der roten Blutkörperchen und damit zur Blutarmut ( Anämie ) und Gelbsucht.
 

Symptome:
Meistens haben die Hunde Fieber und dunkelbraun gefärbten Urin, blasse oder gelbe Schleimhäute und sind apathisch.
 

Diagnose:
Die Diagnose erfolgt durch den Erregernachweis in einem Blutausstrich.
 

Inkubatioszeit:
10-20 Tage
 

Therapie:
Bei rechtzeitiger Diagnose ist die Erkrankung heilbar.
 

Vorbeugung:
Zeckenschutzmittel als Spot-On, Tabletten oder Halsbänder.
Regelmäßiges Absuchen des Felles verhindert den Biss.

 

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine in ganz Europa verbreitete Zoonose und wird durch den gemeinen Holzbock ( Zecke ) übertragen.
 

Symptome:
Fieber, Appetitlosgkeit, Apathie, schleimiger Nasenkatarrh, Neigung zu Blutungen an den Schleimhäuten, Nasenbluten, im chronischen Verlauf kommt es zur Abmagerung, Muskelschwund, Epilepsie und Schäden an den inneren Oganen.
 

Diagnose:
Bluttest
 

Inkubationszeit:
1-3 Wochen
 

Therapie:
Bestimmte, erregerwirksame Antibiotika über einen Zeitraum von mehreren Wochen.
 

Vorbeugung:
Zeckenschutz s.o.

 

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose tritt selten auf. Das Verbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum, der Überträger ebenfalls die Zecke, die vom Hund abgeschluckt wird. Betroffen sind eher schwache Tiere.
 

Symptome:
Die Symptome sind unspezifisch und reichen von Fieber, Lethargie über Abmagerung, Lymphknotenschwellung bis zur schweren Erkrankung.
 

Diagnose:
Die Diagnose wird durch einen Blutausstrich oder PCR-Nachweis gestellt.
Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber durch bestimmte Antiprotozoika unter Kontrolle gebracht werden.
 

Vorbeugung:
Verhinderung des Zeckenbefalls s.o.

 

Herzwurm

Dirofilaria immitis, wird von einer Steckmücke von Hund zu Hund weiter getragen. Die Larven zirkulieren im Blut und entwickeln sich zu Würmern, die sich dann in der Herzkammer einnisten. Dirofilariose ist im gesamten Mittelmeerraum, Südfrankreich, Norditalien, Südschweiz und Österreich verbreitet. Auch in Baden-Würtenberg sind Fälle bekannt geworden.
 

Symptome:
Husten, Konditionsverlust, Anämie, Kurzatmigkeit. Im weiteren Verlauf kann es zu Lebervergrößerung, Embolien und Nierenerkrankungen kommen. Die Behandlung der adulten Würmer ist schwierig und gefährlich. Einfach ist jedoch die ...
 

Vorbeugung:
Spätestens 3 Wochen nach Erreichen des Urlaubszieles muss eine bestimmte Wurmkur eingegeben werden, die die Parasiten bereits im Larvenstadium abtötet. Sollte der Aufenthalt länger dauern, muss das Medikament alle 3 Wochen eingegeben werden. Alternativ gibt es auch Spot-On-Präparate, die alle 4 Wochen zwischen den Schulterblättern aufgetragen werden.

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